Wortfamilie: Neuronale Grundlage

Ausgehend von der Grundannahme, dass das Gehirn irgendwie der Ausgangspunkt des Geistes ist, gibt es eine Reihe von Worte, welche versuchen die Beziehung von Gehirn und anderen Phänomenen einzufangen.

Neuronale Grundlage. Der Begriff scheint die Betonung darauf zu legen, dass die Ursache von etwas im Gehirn liegt. Die neuronale Grundlage von Verhalten etwa meint, dass die Ursache für Verhaltensweisen im Gehirn liegt.

Neuronales Substrat meint Hypokeimenon, was wiederum das zu Grunde liegende meint. Der Begriff scheint zu implizieren, dass es ein Epiphänomen gibt, das nichts weiter als ein Versuch ist, mit dem eigentlichen Phänomen umzugehen, über das man nur seine äußere Form kennt. Sprechen wir beispielsweise über das neuronale Substrat von Wut, sprechen wir von Wut als etwas, dass wir zwar beschreiben können, aber eigentlich ein neurochemisches Phänomen ist. Passend dazu ist das Zitat von Rick der Serie Rick and Morty:

Listen, Morty, I hate to break it to you but what people call “love” is just a chemical reaction that compels animals to breed. It hits hard, Morty, then it slowly fades, leaving you stranded in a failing marriage. I did it. Your parents are gonna do it. Break the cycle, Morty. Rise above. Focus on science. – Rick Sanchez (Rick and Morty)

Neuronales Korrelat ist dagegen ein relativ offener Begriff, weil hier weder die Richtung der Kausalbeziehung noch der Grad der Bestimmtheit impliziert wird. Das Gehirn kann hier sowohl Ursache als auch das Verursachte sein, wie auch der Geist. (Vgl. Philosophie des Geistes). Auch die Korrelation muss nicht stark sein. (Vgl. [Multiple Realisierung[(https://de.wikipedia.org/wiki/Multiple_Realisierung))

Kommunismus in meiner Forschungsdatei

Ich habe eine Datei, in der ich Quellen systematisch sammle, bevor ich sie verarbeite und in meinen Zettelkasten integriere.

Kommunismus habe ich unter “Das Böse” einsortiert. Warum? Es gibt und gab noch nie ein kommunistisches oder sozialistisches Regime, dass nicht menschenverachtend funktioniert hat. Und es gab noch nie eine sozialistische Partei, die nicht die Wurzeln des Bösen in sich angelegt hat.

Ein ethischer Staat erhebt keine Steuern

Der Staat stellt Güter und Dienstleistungen zur Verfügung, indem er von der Allgemeinheit Steuern und Gebühren erhebt und diese finanziert und verteilt.

Jeder Zwang ist dabei effektiv mit einer Steuer oder Gebühr zu identifizieren. Die Krankenversicherung ist durch ihre gesetzliche Pflicht eine Steuer oder Gebühr.

Die Frage ist daher immer, wie rechtfertigen wir eine Steuer? Ein Weg ist, dass eine Steuer nur zweckgebunden sein darf.[[201708120943]] Das heißt, dass es im technischen Sinne keine Steuern geben dürfte, sondern ausschließlich Gebühren. Es sind Gebühren für die Güter und Dienstleistungen, die der Staat auf Kosten der Allgemeinheit zur Verfügung stellt.

Dahinter steckt automatisch ein ethisches Problem: Welche Güter und Dienstleistungen sollten durch eine Organisation zentral mit Gewalt auf Kosten der Allgemeinheit erzwungen werden?

Dieses ethische Problem legt nahe, dass — wir sprechen hier der Einfachheit von Steuern, weil es dem allgemeinen Sprachgebrauch eher entspricht als der Begriff der Gebühr — ein Ziel ethische Staatsführung in der Minimierung der Steuererhebung liegt. Jede Steuererhebung ist ein Akt der Gewalt und der Staat sollte nach dem Prinzip der geringsten Gewaltanwendung organisiert sein.

Sinn als Frage des Lebens an uns

Die kopernikanische Wende des Sinnfrage: Sinn ist keine Frage, die wir stellen. Es ist eine Frage, die durch das Leben an uns gestellt ist.

Was hier not tut, ist eine Wendung in der ganzen Fragestellung nach dem Sinn des Lebens: Wir müssen lernen und die verzweifelnden Menschen lehren, daß es eigentlich nie und nimmer darauf ankommt, was wir vom Leben noch zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben uns von erwartet!1

Das ist eine großartige Wende. Wir werden gefragt, weil wir die Antwort haben. Es ist eine Antwort des Handelns:

Zukünftig philosophisch gesprochen könnte man sagen, daß es hier also um eine Art kopernikanische Wende geht, so zwar, daß wir nicht mehr einfach nach dem Sinn des Lebens fragen, sondern daß wir uns selbst als die Befragten erleben, als diejenigen, an die das Leben täglich und stündlich stellt — Fragen, die wir zu beantworten haben, indem wir nicht durch Grübeln oder Reden, sondern nur durch ein Handeln, ein richtiges Verhalten, die rechte Antwort geben. (Meine Hervorhebung)1

Es ist eine Frage der Verantwortung. Wenn wir diejenigen sind, die nicht nur die Antwort haben, sondern die Antwort durch ein Handeln geben, haben wir die Verantwortung. Wir müssen uns entschließen dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Leben heißt letztlich eben nichts anderes als: Verantwortung tragen für die rechte Beantwortung der Lebensfragen, für die Erfüllung der Aufgaben, die jedem einzelnen das Leben stellt, für die Erfüllung der Forderung der Stunde.1

Wir haben die Antwort, können diese durch ein Handeln geben und können durch die Übernahme von Verantwortung diese eine Antwort geben. Wir können richtig liegen:

Immer aber ist jede Situation ausgezeichnet durch jene Einmaligkeit und Einzigartigkeit, die jeweils nur eine, eine einzige, eben die richtige “Antwort” auf die Frage zuläßt, die in der konkreten Situation enthalten ist.1

Weil die Frage an uns immer wieder neu und konkret gestellt ist, ist auch die Antwort darauf einzigartig. Es gibt nicht die eine Antwort, keinen ideologischen Hammer, mit dem wir die Lebensfragen platthauen können. Es ist etwas Künstlerisches, Ästhetisches in der Frage versteckt.

Diese Forderung, und mit ihr der Sinn des Daseins, wechselt von Mensch zu Mensch und von Augenblick zu Augenblick. Nie kann also der Sinn menschlichen Lebens allgemein angegeben werden, nie läßt sich die Frage nach diesem Sinn allgemein beantworten — das Leben, wie es hier gemeint ist, ist nichts Vages, sondern jeweils etwas Konkretes, und so sind auch die Forderungen des Lebens an uns jeweils ganz konkrete.[118][#viktor2018]

Und in jeder Situation ist der Mensch zu anderem Verhalten aufgerufen. Bald verlangt seine konkrete Situation von ihm, daß er handle, sein Schicksal also tätig zu gestalten versuche, bald wieder, daß er von einer Gelegenheit Gebrauch mache, erlebend (etwa genießend) Wertmöglichkeiten zu verwirklichen, bald wieder, daß er das Schicksal schlicht auf sich nehme.1


  1. Viktor Frankl (2018 (Ersterscheinung: 1946)): … Trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager, Pößneck: Penguin Verlag. S. 118. 

Entscheidung als Grundproblem des Lebens

Die Entscheidung ist das Grundproblem unseres Lebens und damit Dreh- und Angelpunkt der Conditio Humana, dem menschlichen Sein.

Gäbe es keine Entscheidung, nicht die Freiheit, dass das eigene Handeln unterschiedliche Wirkung hervorbringt, gäbe es das Problem des menschlichen Seins nicht. Wir wären instinktgesteuerte Tiere, allenfalls Beobachter, die wie passive Zuschauer in den Schädeln von Körpern säßen, durch die Augen wie Fenster die Welt bestaunend.

Doch das sind wir nicht, zumindest haben wir uns entschieden, dies nicht zu sein. Selbst wenn unserer Fähigkeit frei zu entscheiden Grenzen gesetzt sind — ist nicht jeder von uns mindestens einer Versuchung erlegen? –, so haben wir doch erlebt, dass wir uns an irgendeinem Punkt gegen eine Fremdbestimmung gewehrt haben.

Vielleicht ist dieses erste Erleben von Selbstbestimmung der Anfang von dieser Reise. “Ich bin, was ich will.” heißt es in der zweiten Stufe des Entwicklungsmodell von Ericson. Von dort aus wird das Leben zum Versuch des Menschen sich selbst als Ursache seines eigenen Lebens zu erleben. Wir sollten dieses Stufenmodell nicht so interpretieren, dass der Versuch nur in diesem begrenzten Zeitraum unternommen werden kann. Vielmehr beginnt hier ein andauerndes Versuchen und auch die weiteren Fragen des Lebens wollen auf eine Weise beantwortet werden, dass der Mensch immer sagen kann: “Ja, ich habe dem Leben meine Antworten gegeben und nicht bloß den Mund gehalten.” Dann leben wir auf eine Weise sinnvoll, die Frankl uns nahe legt. Nicht als Fragende und Suchende nach Sinn, sondern als Antwortende und Sinnstifter.

Die ewige Arm-Reich-Schere

Es gibt einen ewigen Grund für die Arm-Reich-Schere: Es gibt Menschen, die konsumieren das, was sie verdienen weitgehend vollständig. Das sind diejenigen, die entweder ärmer werden oder in ihrem materiellen Wohlstand stagnieren. Die anderen, deutlich weniger Menschen, investieren das, was sie verdienen, sodass vergangener Verdienst zukünftigen Verdienst wahrscheinlicher macht.

Dieser Grund ist ewig, weil es eine persönliche Haltung ist, die von unserem menschlichen Temperament bestimmt ist. Wir Menschen sind grundverschieden und so bleibt auch der Wohlstand grundverschieden.