Nietzsche als Prophet

Nietzsche ist eher ein Prophet als ein Philosoph. Wenn Prophetie die Botschaft Gottes ist und wir Gott als unseren Adressaten verstehen, wenn wir die Welt als Ganzes verstehen wollen, ist dies das Programm von Nietzsche.

Mit seinem Werk “Genealogie der Moral” versucht er nicht mehr wie Philosophen eine Moral mit moralischem Wahrheitsanspruch zu begründen. Vielmehr vollzieht er einen Akt der Demut, indem er lediglich zu beschreiben versucht, wie Moral tatsächlich zu Stande kommt.

Ob wir Nietzsche als Propheten und nicht als Philosophen verstehen, hängt von zwei Voraussetzungen ab:

  1. Gibt es etwas oder jemanden, das oder der sich mitteilt?
  2. Ist Nietzsche tatsächlich ein Bote?

Ich plädiere dafür. Nietzsche akzeptiert, dass das Christentum nicht mehr die Sprache der Menschen ist. Er sucht nach einer anderen Sprache. Das, was er beschreibt, ist die Konsequenz daraus, dass die Voraussetzungen des Christentums nicht mehr selbstverständlich sind. Während die christlichen Propheten Boten einer sich ordnenden Welt sind, Boten von Gottes Schöpfung, ist Nietzsche der Prophet des Chaos. Nicht sein Befürworter, sondern ein Mensch, der das Chaos kommen sieht und versucht das Beste daraus zu machen.

Kommentar: Der Begriff Prophet steht momentan immer noch eng in Beziehung zum Zerrbild, dass wir als moderne Menschen vom Christentum haben. Versteht man Religion und Glauben als nützliche (oder schädliche) Spinnerei, damit wir Menschen unseren Umgang mit der Realität verändern, ist diese Position nicht verstehbar. In dem Fall wäre Ablehnung dogmatisch und nicht argumentativ. Wir befinden uns hier in einer Mischwelt des metaphorisch-symbolischen und des realistisch-materialistischem. Für ein Verständnis braucht es Einsichten in die symbolische Natur des Seins, anstelle des Glaubens an das moderne Dogma des Materialismus. Doch hat man dies zur Verfügung, kann man selbstverständlich anderer Meinung sein. Dann aber rational und nicht dogmatisch.

GameStop Stonks

Wenn es der einfache Mann will, macht er, was er will. :)

Leider wollen zu wenig überhaupt etwas. :(

Einsamkeit durch Selbstbezogenheit

Wenn du mich mehr vor dem Hintergrund deiner eigenen Erfahrungen beurteilst, anstatt als einen von deinen Erfahrungen unabhängigen Menschen, redest du nicht mit mir. Du redest mit dir selbst und solltest dich nicht wundern, wenn du dich einsam fühlst.

Redest du nur mit dir selbst, anstatt mit anderen Menschen, bist du selbst und nur du selbst schuld, dass du einsam bist.

Verwertung der Nebenprodukte der Massenmenschhaltung – Beispiel: Abtreibung

Ein kleiner Einblick in Massenmenschhaltung (die Vorbereitung für Moderne als Krankheit):

Massenmenschhaltung ist den gleichen ökonomischen Anreizen ausgesetzt wie auch die industrielle Verarbeitung anderer Tiere. Das heißt, dass möglichst jedes Nebenerzeugnis der Massenmenschhaltung als Produkt oder Rohstoff verstanden werden sollte, um den Profit und die Gewinnmarge zu erhöhen.

Ein Beispiel dafür ist der Verkauf von Teilen der abgetriebenen Babys. Jeder so entstehende Kadaver ist selbstverständndlich Produkt oder Rohstoff. Das ist eine Chance für Organisationen, die einen Gewinn durch Abtreibungen generieren. Sie können nicht nur an der Kontrolle der menschlichen Fortpflanzung verdienen, sondern gleichzeitig einen wertvollen Rohstoff zur weiteren Verarbeitung herstellen und so den Wert einer jeden Abtreibung verbessern.

Belege und Fall: https://www.lifenews.com/2019/09/04/planned-parenthood-admits-in-court-that-it-sold-body-parts-from-aborted-babies/


Das Buch wird ziemlich unangenehm zu lesen sein. Bisher ist dies die vernünftigste Art über dieses Phänomen zu schreiben. Ich verpflichte mich hier ungeschönter Wahrheit. Der Begriff Kadaver ist bewusst gewählt, weil er der Kategorie des Denkens entspricht. In Massenmenschhaltung müssen wir von Kadavern sprechen, weil Alternativbegriffe wie “Leiche” oder “Körper” immer auch das Werturteil mittransportieren, dass der Mensch Würde hat. Doch ich schreibe nicht darüber, was sein soll, sondern was der Fall ist. Hier ist es der Fall, dass es um Kadaver geht: Nicht zum Verzehr geeignete Teile eines getöteten Tieres. Der Begriff steht noch nicht fest und ich bin noch nicht zufrieden mit dem Begriff und der Formulierung.

Doch das eigentlich Unangenehme an diesem Buch wird nicht sein, dass hier Menschen entmenschlicht sind. Vielmehr werde ich anstreben, so ist es zumindest geplant, dass ich mich eines jeden Urteils soweit enthalte, wie es mir möglich ist, wenn ich dieses Phänomen beschreibe. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das durchhalten will.

“Wissenschaftlichkeit” der Coronakrise

Theorien sind ja primär bestimmt, die Wissenschaft selbst zu steuern. Also: Wissenschaftliche Forschung anzuregen, umzuleiten, zu instruieren, abzubrechen und so weiter. Es ist also eine wissenschaftsinterne Einrichtung. Und es wäre absurd sich vorzustellen, dass die gesamte Gesellschaft auf ein Niveau theoretischer Einsichtigkeit gebracht werden könne und nun mit den Problemen besser fertig wird. – Luhmann in Beobachter im Krähennest

Soziologie erkrankt an naiven Soziologen

Wilson schreibt:

Everyone knows that the social sciences are hypercomplex. They are inherently far more difficult than physics and chemistry, and as a result they, not physics and chemistry, should be called the hard sciences. They just seem easier, because we can talk with other human beings but not with photons, gluons, and sulfide radicals. Consequently, too many social-science textbooks are a scandal of banality. Such is the paradox of the social sciences. Familiarity bestows comfort, and comfort breeds carelessness and error. Most people believe they know how they themselves think, how others think too, and even how institutions evolve. But they are wrong. Their understanding is based on folk psychology, the grasp of human nature by common sense — defined (by Einstein) as everything learned to the age of eighteen — shot through with misconceptions, and only slightly advanced over ideas employed by the Greek philosophers. Advanced social theorists, including those who spin out sophisticated mathematical models, are equally happy with folk psychology. As a rule they ignore the findings of scientific psychology and biology. That is part of the reason, for example, why social scientists overestimated the strength of communist rule and underestimated the strength of ethnic hostility. They genuinely startled when the Soviet empire collapsed, popping the cap off the superpower pressure cooker, and were surprised again when one result of this release of energies was the breakout of ethnic strife and nationalistic wars in the spheres of diminished Russian influence. The theorist have consistently misjudged Muslim fundamentalism, which is religion inflamed by ethnicity. At home in America, they not only failed to foresee the collapse of the welfare state, but cannot agree on its causes. In short, social scientists as a whole have paid little attention of the foundations of human nature, and they have had almost not interest in its deep origin.1

Das Kernproblem der Soziologie ist nicht, dass sie nicht gut betrieben werden kann, also an und für sich Pseudowissenschaft ist. Vielmehr sind es die Soziologen, die Anspruch erheben Aussagen über das menschliche Zusammenleben machen zu können, aber sich nur mit der Interaktion, nicht aber mit den Beteiligten zu beschäftigen.

Die beste Testfrage, die ich kenne, um solche Luftpumpen zu entlarven, ist einfach den biologischen Grundlagen zu fragen, die für ihre angebliche Perspektive relevant ist. Einen Genderkonstruktivisten muss man nur nach der genauen Funktion von Vasopressin und Testosteron bei der Hirnentwicklung eines Embryos. In 99,9% der Fälle ist die Antwort mangelhaft bis ungenügend. Solche Menschen behaupten etwas über die Gehirnfunktionen, ohne sich auch nur ein kleines Bisschen mit den grundlegenden Wirkmechanismen auszukennen.

Bizarr, dass so etwas ein gewöhnliches Phänomen in der universitären Wissenschaft ist, der angeblichen Bildungselite.


  1. Edward O. Wilson (1998): Consilience. The Unity of Knowledge, New York: Alfred A. Knopf Inc. S. 183/184.