Klugheit ist mehr als nur Intellekt

Klugheit basiert nicht nur auf einem hohen IQ. Sie muss von Hartnäckigkeit und Mut begleitet werden. Dazu braucht es Motivation. Skin in the Game ist die ultimative Motivation und damit eine wichtige Säule für Klugheit. Das ist die Quelle der oft erstaunlichen geistigen Leistungen von Drogenabhängigen angesichts des Entzugs.

Vielleicht könnte man Klugheit eher mit der kristallinen Intelligenz vergleichen, während der Begriff der Intelligenz eher die fluide Intelligenz meint. Dadurch wäre auch die Beziehung von Klugheit und einem hohen IQ in der Alltagssprache klar.

Klugheit muss man sich erarbeiten. Die reine, fluide Intelligenz kann viele Probleme nicht lösen. Die Welt ist zu komplex, damit wir Menschen sie nur mittels ihres Geistes verstehen können. Wir müssen durch unsere Handlungen in Kontakt mit der Welt kommen, um Informationen zu gewinnen, die unsere Vorurteile und unseren Widerstand gegen Neues brechen.

Beispiel: Für Menschen, die kein intensives Kältetraining machen, scheint es Sinn zu machen, sich so schnell wie möglich nach einer Sitzung aufzuwärmen. Es ist ein intellektuell einwandfreier Gedanke, der dem Test der Praxis nicht standhält. Sinnvoller ist es, wenn man sich noch einige Augenblicke in ruhig in kalter Luft aufhält. So ist der Übergang von Kälte zurück zur Wärme nicht so stressig und subjektiv deutlich angenehmer.

Das Konzept von Klugheit veranschaulicht, dass der Erkenntnisprozess nicht rein geistig zu verstehen ist. Sowohl Denken als auch Handeln sind gleichermaßen im Erkenntnisprozess beteiligt. Wer nicht handelt, denkt nur halb und wird damit nicht klug.

Allzu intensive Begriffsarbeit führt den Philosophen weg von der Alltagssprache

Alltagssprache entsteht durch die Aushandlung von Bedeutung in der Kommunikation. Begriffsarbeit tendiert dazu lange von einem einzelnen Denkenden betrieben zu werden. Dazu noch ist Begriffsarbeit hauptsächlich darauf ausgerichtet ein Fachvokabular zu entwickeln.

Eine gute Philosophie muss Rücksicht darauf nehmen und versteht diese Distanz als Schwäche. Diese Distanz macht sie nicht nur schwerer verständlich, sondern auch weniger relevant. Es ist daher die Aufgabe der Philosophie sich immer wieder zu versichern, dass sie alltagssprachliche Begriffe benutzt und sich auf die konkrete Lebenswelt echter Menschen bezieht.

Philosophie, die das missachtet, ist irrelevant. Ihre Unverständlichkeit liegt nicht in ihrem Anspruch. Sie ist nicht verstehbar, weil sie nichts enthält, dass verstehbar ist. Verständlich: Sie ist irrational.

Ein guter Bösewicht ist der Held seiner eigenen Geschichte

Würde man die Geschichte aus der Sicht des Bösewichts schreiben, wäre er der Held und würde sich als Held (oder Antiheld) sehen.

Der rechtschaffen-böse Charakter glaubt an die Richtigkeit seiner eigenen Ordnung und sieht sich als Ritter der Wahrheit. In dem Sinne ist er wahrhaftig.

Das ist einer der Gründe, weshalb Batman ein so faszinierender Charakter ist. Sein Zweck ist auf das Gute ausgerichtet — zumindest aber darauf das Böse zu verringern. Doch dabei übertritt er durch seine Brutalität Grenzen, die uns vor die Frage stellen, ob wir ihn trotz seiner wohlmeinenden Ziele als gut einstufen können.

Dem Schreibenden ermöglicht es dadurch Batman auf der Grenze zwischen Gut und Böse wandeln zu lassen. Wir nehmen an Batman der Gute ist, weil er der heldenhafte Protagonist ist. Dann verkrüppelt er grausam und gefühlskalt andere Menschen, auch wenn sie Verbrecher sind. Wir revidieren unser Urteil, gerade auch weil der Eindruck der Brutalität jünger ist. Dann werden wir an seine tragische Hintergrundgeschichte erinnert. Sein Verhalten scheint nachvollziehbar und unser Mitleiden stimmt uns wieder wohlgesinnt.

Der chaotisch-böse Charakter glaubt an die Falschheit aller Ordnung. Daher ist es ihm ein Anliegen, Ordnung an und für sich zu zerstören.

Der Joker ist ein solcher Charakter. Er spiegelt den Glauben an die Falschheit aller Ordnung in seinem eigenen ungeordneten Geist wider. Gleichzeitig sind sein Genie und seine ausgefeilten Pläne außerordentlich geordnet. Er ist nicht nur reines Chaos, sodass wir ihn als einen kranken Menschen abtun können. Wäre er reines Chaos, käme ihm keine Verantwortung zu, wir könnten ihn nicht als Böses identifizieren. Er hat gerade genug Ordnung in ihm, damit Platz für Verantwortung in ihm ist.

Als maximal chaotisches Böses wirkt er wie ein Zauberhut, aus dem man alles hervorzaubern kann. Sein Ziel in The Dark Knight ist eine Entscheidung von Batman zu erzwingen. Er erkennt die Gefahr für Batman: Das Böse kann entstehen, wenn man beginnt daran zu glauben, dass der Zweck alle Mittel heiligt.

Das ist, was passiert, wenn Kommunisten politische Macht gewinnen. Sie sehen nur das Ergebnis, dass sie als eine Utopie mit dem reinen Guten verwechseln. Hindernisse müssen dabei als Stellvertreter des Bösen gesehen werden. Mittel zur Überwindung dieser Hindernisse sind dabei die Werkzeuge, ihrerseits Stellvertreter, des Guten. Was liegt da näher, die stärksten und mächtigsten Werkzeuge des Guten zu beschwören? So konnte Stalin den Holodomor und die Entkulakisierung beschwören und rechtfertigen. So konnte Hitler angesichts eines Kriegs an zwei Fronten rechtfertigen, einen großen Teil seiner Ressourcen in den Genozid an den Juden zu investieren.

Es gibt eine Regel für Batman: Er tötet nicht. Es ist eine Stellvertreter Regel für die 10 Gebote. Die Geschichte von Batman ist eine Manifestation des archetypischen Kampfes zwischen Gut und Böse. Das Geniale an dieser Geschichte ist, dass das Gute in dieser Geschichte nicht überhöht wird. Superman wäre ein Beispiel des überhöhten Guten. In ihm beantwortet sich die Frage, wie gut man sein kann. Ein Resultat seiner Natur ist die Dynamik, dass seine Kräfte dazu tendieren ins Unendliche zu wachsen. Sein guter Charakter wird generell nicht in Frage gestellt. Deswegen muss seine Kompetenz erforscht werden. Batman ist dagegen genau auf der anderen Seite des Guten. In ihm steckt die Frage, wie nahe sich das Gute an die Grenze des Bösen wagen kann, ohne sich selbst aufzulösen.

Im Film The Dark Knight stellt der Joker die These auf, dass es diese eine Regel ist, die ihn auf der Seite des Guten hält. Als Trickster versucht der Joker, dies Ordnung als Illusion zu tarnen. Batman glaubt an den Schutz dieser Regel. Für ihn ist sie heilig. Joker führt ihn in Versuchung durch das Dilemma: Egal, was du tust. Du brichst nicht nur deine Regel, wählst das Mittel des Bösen und begehst die stalinistische Sünde, die deine Seele zerstören wird. Darüber hinaus, wirst du die Regel brechen und nicht einmal ein Ergebnis erreichen, dass den Regelbruch rechtfertigt. Das ist Jokers Zweifrontenkrieg gegen den letzten Rest des Guten in und an Batman.

Doch Joker muss sich selbst als Held sehen. Er strebt ein Ideal an, das für sich genommen als gut betrachtet werden kann: Keine Illusionen. Der Joker sucht nach Wahrheit und versucht sie in der Welt zu manifestieren. Der Joker verneint nicht nur die Existenz von Gut und Böse. Er glaubt daran, dass diese Unterscheidung eine Lüge ist. Damit ist diese Unterscheidung das eigentlich Böse und muss aufgehoben durch das eigentlich Gute aufgehoben werden: Die Wahrheit.

Selbst der Joker kann als Held seiner eigenen Geschichte gelesen werden. Wenngleich man dafür argumentieren könnte, dass der Joker angesichts dieser Lesart versuchen würde, auch diese Interpretation ad absurdum zu führen.

Warum lebt das nationale Bewusstsein in Europa wieder auf?

Decentralization is based on the simple notion that it is easier to macro bullt that microbut. Decentralization reduces large structural asymmetries.[^taleb2018]

Und weiter:

But not to worry, if we do not decentralize and distribute responsibility, it will happen by itself, the hard way: a system that doesn’t have a mechanism of skin in the game, with a buildup of imbalances, will eventually blow up and self-repair that way. If it survives.[^taleb2018]

Wollen wir Nationalismus bewerten, brauchen wir Alternativen für einen Vergleich. Wir brauchen ebenfalls den angemessenen Begriff. Ist es Nationalismus oder Patriotismus, der auflebt? Ist es Abneigung gegen Fremde oder die Zuneigung zu einer Gemeinschaft, die gesucht wird? Und was ist, wenn die Zuneigung zur Gemeinschaft gesucht wird, aber die Abneigung gegen das Fremde gefunden wird? Was ist, wenn Abneigung gegen das Fremde zur Rechenschaft gezogen werden will, aber der Bestrafte seine Zuneigung zur Gemeinschaft bestraft sieht? Müssen beide Phänomene dem gleichen Ursprung haben? Was ist schlimmer? Eine seelenlose Bürokratie, welche die Menschen entfremdet und eine Leere hinterlässt, die durch Ideologie gefüllt wird? Oder die ideologische Erblindung selbst?

Die schlechtesten Debatten werden von Bürokraten geführt.

Bureaucracy is a construction is by which a person conveniently separated from the consequences of his or her actions.[^taleb2018]

Die Debatten, die wir lesen, werden von modernen Politikern und Journalisten geführt. Zwei schon fast archetypisch bürokratische Berufsgruppen. Wen wundert es, dass niemand etwas von der Sache versteht?

Phänomenologie als Schnittstelle von Wissen zur persönlichen Praxis

Phänomenologie ist eine Erforschung des Phänomenalen selbst. Der Satz liest sich zunächst als eine Binsenweisheit, doch in ihm steckt die verborgene Relevanz der Phänomenologie.

Sie ist die Schnittstelle Anwendbarkeit und damit der persönlichen Relevanz für uns als Menschen. Für uns als subjektive Wesen ist die Welt nicht als reale Ereignisse und Dinge an sich. Sie ist uns in Form von Phänomenen gegeben. Damit ist nicht die Möglichkeit der Realität genommen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Annahme, es gäbe keine von uns unabhängige Realität verletzt das subjektive Erleben von uns Menschen auf zwei Weisen:

  1. Wir irren uns und erleben unseren eigenen Irrtum. Diesen Irrtum können wir nur so verstehen, dass wir annehmen, dass wir einer realen Welt unangemessen begegnet sind. Wir haben falsche Schlüsse gezogen, haben auf Basis von Fehlannahmen gehandelt, werden von Dingen überrascht, an die wir nicht gedacht haben.
  2. Ohne die Annahme einer Quelle der Phänomene können wir das Phänomen nicht untersuchen. In den Begriff des Phänomens ist neben der Subjektivität des Erlebens bereits ein Objekt eingebaut, das unabhängig von unserem Geist ist. Wir erleben ein etwas, dass seine Existenz nicht nur durch das Erleben selbst gewinnt.

Betreiben wir Phänomenologie erforschen wir, wie sich eine von uns unabhängige Welt uns offenbart. Dabei stehen uns verschiedene Wege der Erkenntnis zur Verfügung.

  1. Akademische Forschung. Wir stützen uns dabei auf die Erkenntnisse, die in Form reinen Denkens gewonnen werden können. Begriffsarbeit, Argumente, Modellarchitektur sind einige der Mittel. Sie hat all selbstverständlich all die Stärken und Schwächen rein akademischer Forschung. Am Ende ist akademische Forschung nichts weiter als der Nebel eines Gespenstes, dass durch den Geist eines Menschen spukt.
  2. Empirische Forschung. Durch Experimente treten wir künstliche und isolierende Weise in Kontakt mit der Realität. Wir geben einen Teil der Freiheiten der rein akademischen Forschung auf, gewinnen aber durch den Kontakt mit der Realität Verlässlichkeit und Relevanz.
  3. Reflexion. Wir können dem Geist der Theorie ein Spukhaus geben, das wir direkt beobachten können: Unseren eigenen Geist. Der große Vorteil ist, dass wir unsere Subjektivität als Subjekte erleben können. Keine andere Erkenntnis liefert diese Passgenauigkeit für unser Leben. Das ist wichtig, denn am Ende sind wir selbst das Prisma durch das alles Wissen der Welt in unserer Lebenswelt scheinen muss.
  4. Das Gespräch. Wir reden mit anderen Menschen und schränken uns auf das ein, das wir kommunizieren können. Wir machen uns nicht nur die Erkenntnis anderer Menschen zu nutze, sondern zapfen die Kapazitäten fremder Subjektivität an.
  5. Handeln. Schlussendlich findet Erkenntnis durch das eigene Handeln statt. Wir können nicht als Bürokraten in unserer eigenen Lebenswelt wandeln. Unsere Fähigkeit unseren Irrtum einzugestehen hängt stark davon ab, ob wir bereit sind unsere Ideen das Abenteuer der Welt bestehen zu lassen. Einige, vielleicht sogar viele, werden nicht die zentralen Figuren von Heldengeschichten. Sie werden einen schnellen und stillen Tod sterben. Nur einige wenige werden überleben und die Lehren der Märtyrer als einen Teil von sich aufnehmen. Ideen werden zu unserem persönlichen Mythen, die mehr Wahrheit in sich haben, als jede Idee für sich genommen.
  6. Tradition und Religion. Traditionelles und religiöses Wissen ist auf eine besondere Weise geprüft: Es war für Zehntausende, sogar hunderttausende von Jahren dem Test der Zeit ausgesetzt. Ungezählte Vorfahren haben danach gelebt und es jenem Test des Handelns ausgesetzt, von dem im letzten Punkt die Rede war. In Traditionen und Religion steckt die Praxis unserer Vorfahren für grundlegende Strukturen des Lebens. Es ist das Kollektivste des kollektiven Wissens, dass sich seine Relevanz bewahrt hat. Es ist Handlungswissen.

Eine phänomenologische Erkenntnis kann erst als solche gewertet werden, wenn sie in allen, mindestens aber in vielen Ebenen der Erkenntnis gefunden werden kann.

Beispiel: Die Farbe Rot.

  1. Akademische Forschung. Rot ist Teil des Farbspektrums und damit Teil der Ästhetik. Rot ist eine Qualität und damit dem Qualia-Problem ausgesetzt.
  2. Empirische Forschung. Rot wird durch bestimmte Rezeptoren unseres Sehsinns aufgenommen und verarbeitet. Dabei spielt diese Farbe eine besondere Rolle in unserer Evolution. Es ist die Farbe von Blut, die Farbe sexueller Erregung und die Farbe reifer Früchte.
  3. Reflexion. Wir erleben wir die Farbe Rot? Was fühlen wir dabei? Wie verändert sich unser Erleben von Objekten, wenn sie eine anderen Farbe haben?
  4. Das Gespräch. Glauben andere Menschen, dass mir der rote Lippenstift gut steht?
  5. Handeln. Wie verändern sich die Verkäufe meiner Bücher, wenn ich den Buchdeckel in kräftigen Rotfarben gestalte?
  6. Tradition und Religion. Was ist die symbolische Bedeutung der Farbe Rot? Wie haben die eigenen Vorfahren Bezug auf diese Farbe genommen? Wie haben es andere Kulturen gemacht? Gibt es Gemeinsamkeiten?

Burnout als Problem von Sinn und Bedeutung?

Anders als früher sind heute die meisten Menschen rund um die Uhr erreichbar. Sind das nicht beste Voraussetzungen fürs Ausgebranntsein?

Im Dreißigjährigen Krieg waren die Leute rund um die Uhr für die Schweden erreichbar. Das war viel unangenehmer.

– Quelle: http://www.rundschau-online.de/10507162 ©2017

Was verbirgt sich denn hinter einem Burn-out, wenn es nicht gerade schwere Erkrankungen sind?

Zum Beispiel Lebensprobleme. Oder das Peter-Prinzip (Menschen werden so lange befördert, bis sie überfordert sind. Die Red.) Es gibt auch Menschen, die arbeiten 16 Stunden am Tag. Denen sagt ein selbsternannter Burn-out-Experte mit tiefer Stimme: “Sie müssen kürzertreten!” Das hätte meine Oma auch geraten, und es stimmt ja auch. Aber dafür brauche ich keinen Psycho-Experten. Da schicke ich jemanden zu meiner Tante Frieda in die Eifel, die Lebenserfahrung hat.

– Quelle: http://www.rundschau-online.de/10507162 ©2017

Lügen als Weg zur Hölle

Anfangs steht eine kleine Lüge. Doch ihr folgen andere, um sie zu stützen. Besonders wenn die erste Lüge ihren kurzsichtigen Zweck erfüllt hat, “erfolgreich” ist.1

Dann beginnt das Denken zu verzerren. Wir verschließen die Augen vor unserer Scham durch die Lüge. Lügen beginnt ein eigenes Leben zu entwickeln. Es wird ein kleiner Dämon, eine kleine Subroutine in unserem Nervensystem, die anfängt, ein Eigenleben zu entwickeln. Sie wird zu kleinen Stimme, die uns in Versuchung führt.

Dann beginnt unsere Lebenswelt zu verdrehen und zu verwinden. Handeln und Sprechen auf falschen Annahmen vergiften unsere Lebenswelt. Sie wird verlogen und wir selbst werden angelogen. Dann beginnt die Welt, sich gegen uns zu richten. Menschen hören auf uns zu glauben. Unsere Lebenswelt füllt sich mit Misstrauen. Das Lügen hat unsere Fähigkeit zu erkennen zerstört. Wir wissen nicht, was wir glauben sollen und beginnen durch die Welt zu stolpern. Ohne die koordinierende Grazie der Wahrheit stoßen wir an, laufen gegen Wände, leugnen die Wände und nehmen erneut Anlauf. Nun ist die Welt unser Feind geworden.

Unsere Welt zerfällt und wird zur Hölle. Das Leben selbst wird zu Qual, wir zum gequälten. Dann droht Verbitterung. Der kleine Dämon, die kleine Lüge vom Anfang, ist gewachsen, ist nun ein Herr der Fliegen geworden. Der Fliegenschwarm brummt und brüllt in unserem Kopf. Jede Fliege ist eine Lüge der vergangenen Tage. Und dann beginnt der Abstieg in den Nihilismus. Wir betäuben uns als Hedonisten, leiden still und mürrisch vor uns hin, brüten in unserer Hölle. Bis Ertragen nicht mehr möglich ist.


  1. Jordan B. Peterson (2018): 12 Rules For Life: An Antidote to Chaos, Canada: Random House Canada. S.228 auf Amazon ansehen 

Eine gute Darstellung der Probleme der Medien

Die Medien verspielen Vertrauen, weil sie bereit sind, Wahrheit für andere Ziele zu opfern. Journalisten sind Menschen. Sie machen die Medien und für Wahrheit werden sie nicht belohnt. Sie werden in Geld und in Aufmerksamkeit belohnt. Egal, ob Lüge oder nicht. Es wird noch schlimmer werden, bevor es besser werden kann.

Wahrheit und Lüge sind archetypische Handlungen unserer Seele

Stephen Covey versteht als Lüge jede Kommunikation, hinter der die Absicht zu täuschen steckt.1

Wir können den Begriff der Täuschung streichen, um zum Wesenskern der Lüge zu gelangen. Wir lügen immer dann, wenn wir täuschen.

Lügen ist eine Handlung. Es ist nicht das bloße Sprechen, dass wissentlich falsch ist. Lügen wir, tun wir etwas. Wir verdrehen, manipulieren, missbrauchen andere Menschen für unsere Zwecke. Das ist mehr als nur sprechen. Umgekehrt gilt das Gleiche: Die Wahrheit sagen ist mehr nur etwas Richtiges auszusprechen. Die Wahrheit zu sagen heißt sich zu einem aufrichtigen Menschen zu verwandeln. Es ist eine tatsächliche Reinigung und Ordnung unserer Seele. Auch das geht weit über das bloße Wort hinaus.

Wahrheit und Lüge sind nicht nur Eigenschaften von Aussagen und Urteilen. Wahrheit und Lüge sind archetypische Handlungen. Selbstvervollkommnung durch Widerspruchsfreiheit heißt immer auch: Die Reinigung der eigenen Seele.


  1. Stephen R. Covey (2004 (Erstauflage: 1989)): The 7 Habits of Highly Effective People, London: Pocket Books, S.197.